Frohe Weihnachten- oder Besuch von Vetter Bollo  

Liebes Tagebuch,
na, haste schön Weihnachten gefeiert ?
Gans und Kekse gegessen, und Dich reich beschenken lassen ??
Hm, jaaa, so gehört sich das ja auch an Weihnachten.
Für die meisten.

Ich für meinen Teil hatte Besuch von der Sippschaft.
Vetter Bollo, oben aus Süd- Finnland,
seid März mit dem Kajak auf der Ostsee unterwegs, um mich pünktlich zu Weihnachten zu besuchen.
Da Vetter Bollo nicht wusste, dass mein Baumstamm nicht direkte Flussanbindung hat, hat er sich die letzten Meter vom freundlichen DHL Service Mann liefern lassen und stand somit pünktlich um 8:30 am Heiligabend vor der Tür.
Ich noch im Schlafanzug.

Bei den Gnomen ist Gastfreundschaft Sitte, und auch wenn Vetter Bollo aus der Untersippe der Wusel etwas depressiv und notorisch nörgelig ist, habe ich mich natürlich über den Besuch gefreut, und über all die Grüße von Tante Bradna und Onkel Vorlo, und über das Fresspacket mit Fisch.
Den Heiligabend haben Vetter Bollo und ich noch ganz gut verbracht.
Unter der Straßenlaterne haben wir skandinavische Weihnachtslieder gegrölt und Stinkbomben hochgehen lassen, was bei Vetter Bollo zu einem Lachanfall, mit anschließen Schluckauf geführt hat- und somit war der weitere Verlauf der Feiertage eingeleitet.

Trotz der 2 Galonen Rübenschnaps, die wir uns am HeiligAbend gegönnt hatten, erwachte Vetter Bollo mit schweren Liedern, Sodbrennen und nervösen Zucken um die Augenlider. Mein Baumstamm erschien ihm zu freundlich und auch mein morgendlicher Freudentanz über das Präsentkörbchen mit echten skandinavischen Kieselsteinchen stimmte ihn nicht milder.
Ich versuchte ihn mit etwas Krötensaft aufzumuntern, aber da war nix zu machen- bei Vetter Bollo war der Griesgram eingekehrt, und er wollte partout nicht weichen.

So began mein Leidensweg mit der elenden Sippe. Am Vormittag lag Vetter Bollo entnervt auf dem Sofa und blickte leidend an die Baumstamm Decke, am Mittag schimpfte er auf die Hasenpfoten, die ich extra für ihn frisch zubereitet hatte, am Nachmittag machte er Percy van Horn einige unmoralische Angebote und am Abend war er von böser Flatulenz geplagt.

Als Percy am 2. Weihnachtstag vorsichtig und irritiert in den Baumstamm lugte, und schnuppernd fragte ob die Luft rein sei- Bollo hatte über Nacht einige Male lasziv Percys Puschelschwanz um seine Schultern gelegt, und aufreizend zu tanzen versucht, obwohl Percy ihm immer wieder beteuerte, dass er für Wusel Reize einfach gänzlich unempfänglich sei, da befand ich, dass es an der Zeit sei, die familäre Gastfreundschaft zu beenden.
Bollo himself trat erst gegen 12:00 auf die Bühne, schwer gerädert von den nächtlichen Tanzeinlagen, immer noch unter Sodbrennen leidend, außerdem von Muskelkater und pochendem Schläfenschmerz geplagt. Heimlich rief ich den DHL Mann an, und bot Bollo an, sich noch ein wenig in dem hübschen gelben Karton auszuruhen. Bollo erschöpft und noch nicht auf geistiger Höhe nahm das Angebot dankend an, klappte den Deckel zu und erbat sich absolute Ruhe für die nächsten 3 Stunden.
Percy und ich haben zusammengeschmissen, für ein Schweigegeld für den DHL Mann, und das Porto, für Bollo und sein Kajak.
Ja, und dann waren wir ihn wieder los, den Vetter,
aus dem fernen Finnland.

Nächstes Jahr im März werden Percy und ich uns aufmachen, wir werden mit dem Boot die Westroute nehmen, und für den Notfall ein Zelt einpacken, falls uns die Decke bei Tante Bradna und Onkel Vorno auf den Kopf fallen sollte-
oder Bollo wieder Annäherungsversuche bei Percy startet.

Du siehst liebes Tagebuch, der verwandschaftliche Bezug ist auch bei den Gnomen als durchaus zwiespältig einzustufen.

In diesem Sinne,
Frohe Weihnachten gehabt zu haben!!!!
Deine Gnomorella


anbei ein Foto von Bollo, als er noch fröhlich war, nich das Du denkst ich flunker wieder.....


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